Einführung ICH DU WIR Gender

Einführung ins ICH DU WIR Gender an der Fachhochschule Nordwest
Methodisch-didaktische Möglichkeiten zur Gestaltung eines geschlechtergerechten Unterrichts

Angebot
Im Rahmen des Seminars erhalten die Studierenden die Möglichkeit, Anleitung und praktische Umsetzung des Lehrmittels ICH DU WIR Gender kennen zu lernen. Dabei steht die Eigentätigkeit im Vordergrund: Einarbeitung in die Funktion der TZT®-Führungsinstrumente durch eigenes Erleben, exemplarisches Anwenden, Feedback zur Qualität der eigenen Anleitung der Arbeitsstrukturen sowie gemeinsame Reflexion.

Einsteigen bitte!
Die Studierenden spielen eine Doppellektion der Unterrichtseinheiten für die Oberstufe durch. Die anschliessende Reflexion bringt die Führungsinstrumente wie Einstieg oder Gruppenbildung mit dem theoretischen Hintergrund in Verbindung.

Transfer
Anschliessend leiten Untergruppen einen Ausschnitt aus dem Lehrmittel an. Die Gruppe stellt sich dabei als Experimentierfeld zur Verfügung. Diese erste eigene Leitungserfahrung wird reflektiert und kommentiert. Kriterien sind Klarheit der Anweisungen, Aufnehmen der Impulse der Gruppe, Dynamik.

Praktische Umsetzung
Im weiteren Verlauf besprechen wir, wie die Unterrichtseinheiten präsentiert und in den Alltag eingebettet werden können: Begrenzung des Spiels, Signale, Möglichkeiten zur Gruppenaufteilung, Auswertungsstrukturen, Varianten zum Szenenspiel, Exposition.

Bedeutung des Ein- und Ausstiegs
Genau so wie der Einstieg nicht zu umgehen ist, rächt es sich, den Ausstieg zu überspringen. Die Emotionen müssen sich legen können, das Gelernte muss sorgfältig abgelegt werden können, um später abrufbar und nutzbar zu sein.

Aufbau der Exposition
Ein wichtiger Aspekt ist auch der systematische Aufbau der Bereitschaft zur Exposition. Die Veränderung dieser Bereitschaft ist altersbedingt. Nichtbeachten dieses Aufbaus kann zu Verweigerung oder Clownspielen führen. Das will nicht heissen, dass sich nicht alle gerne in Szene setzen: Es geht um den Aufbau des richtigen Settings in der jeweiligen Gruppe.

Fazit
Die Studierenden äussern sich positiv zum Seminar, stellen jedoch auch fest, dass ein Halbtag nur ein Anfang sein kann, da die aufgetauchten Themen und Situationen in den Klassen komplex sein können. Sie sehen jedoch vielfältige Anwendungsmöglichkeiten.

Inhalte und Ansätze des Lehrmittels
Der Fokus des Lernstoffs bewegt sich von der Wahrnehmung der eigenen Identität über die Erwartungshaltung, die eigenen Wünsche bezüglich Geschlechterrollen bis hin zu der Möglichkeit, im angstfreien Raum des Spiels neues Verhalten auszuprobieren und zu reflektieren. Die Unterrichtseinheiten zielen damit auf mehr als nur Vorbildwirkung in Sachverhalten oder Rollenbildern ab, sondern geben die Möglichkeit, neues Verhalten im Spiel auszuprobieren. Diese Erfahrungen und Handlungsansätze erweitern nachhaltig das Verhaltensrepertoire der SchülerInnen und lassen diese vermehrt bewusst wählen, wie sie sich verhalten wollen.

Leitung: Sabine Schnell, 2014

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