Sexualpädagogik

Eine Oberstufe wünscht eine Einführung in der achten Klasse in die Sexualpädagogik, wobei die Schwerpunkte bei der Sprache/ dem darüber sprechen, Tabus, Anstand/ Respekt/ Grenzen sowie bei Kontakt/ flirten, Bedenken/ Unsicherheit, Ängsten liegen sollen.

Ziele
Wir erarbeiten ein Angebot, welches u.a. auch mit spielerischen Elementen der Klasse erste Auseinandersetzungen mit den Begrifflichkeiten, mit Kontaktaufnahme sowie den dazu auftauchenden Fragen ermöglichen soll.

Inhalte
Der erste Teil des Halbtags ermöglicht eine Auseinandersetzung mit der Sprache, die Mädchen und Jungen erarbeiten geschlechtergetrennt ein Plakat, das in einer ersten Phase dazu dient, Begriffe zu klären, und in einer zweiten, anzugeben, welche Begriffe von den beiden Geschlechtergruppen wie empfunden werden: welche Begriffe sind die offiziellen, welche die umgangssprachlichen, welche sind beleidigend oder grob?

Abgleich
Diese beiden Plakate werden der anderen Gruppe vorgestellt, es besteht die Möglichkeit zur Rückfrage. Spannend sind hier die Unterschiede in der Bewertung der Ausdrücke, die Jungen wissen jetzt, was auf die Mädchen grob wirkt und umgekehrt. Wünsche für den Umgang mit Begriffen in der Schule können hier eingebracht werden.

Kontaktaufnahme
Eine Spielszene hilft, konkrete Kontaktaufnahme und wie diese ankommt, miteinander zu besprechen: Ein Jugendlicher lädt eine Jugendliche ins Kino ein. Sehr treffsicher werden die Verhalten in der Rolle eingeordnet: Das wirkt grob, scheu, grad richtig. Schnippisches Verhalten und Blosstellen werden dabei ebenso kritisiert wie rücksichtloses Verhalten in Bezug auf die Gruppe.

Fragen
Viele auftauchende Fragen – welcher Begriff für Homosexualität ist korrekt, wo ist in der Literatur die Grenze von erotischen Szenen zu Pornografie, wie ist eigentlich die Rechtslage bezüglich Pornoschauen resp. das weitergeben von Bildern – können dabei besprochen werden.

Aufklärung
Die Klassenlehrperson übernimmt nach dieser Einführung die biologische Aufklärung. Die dabei entstehenden Fragen können in einer dritten Phase beim Besuch einer Fachstelle in geschlechtergetrennten Gruppen gestellt werden.

Fazit
Als Einstieg eine lohnende Investition. Ein zweiter Halbtag hätte mehr Zeit zur vertieften Auseinandersetzung gegeben. Gerade in im Verhalten unsicheren Gruppen kann dies viel zur Vermeidung unerwünschter Situationen beitragen.

Projekt: Renato Maurer, Sabine Schnell